Kunstlexikon
Architekturlexikon
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
  arts4x - Startseite
 
Suche im Kunstlexikon :

 

 
 
 

Gotik

europäischer Baustil der feudalist. Gesellschaftsordnung vom hohen bis späten Mittelalter (12.-16. Jh.). Trotz nationaler Sonderformen in den einzelnen Ländern von großer Stilist. Einheitlichkeit. Herausbildung im ökonomisch u. politisch fortgeschrittenerem Frankreich um 1135-40 (Abteikirche St. Denis). Ab etwa 1230 Verbreitung in Deutschland im Ergebnis sich entwickelnder Produktivkräfte, insbesondere durch zunehmende Differenzierung des Handwerks, Entfaltung der Warenwirtschaft u. der Entstehung von Bürgerstädten als Zentren des Handwerks u. Handels. Obwohl das Bürgertum die Gotik förderte, wurde sie von der herrschenden Klasse in den dominierenden Formen des Sakralbaues für die Machtbehauptung genutzt. Charakterist. Kennzeichen gegenüber der Romanik waren die konstruktiven Spitzbogen, die zunehmende Reduzierung schwerer Mauermassen durch hohe Fenster, Arkaden, Triforien, Emporen u. insgesamt die gerüsthaften Skelettkonstruktionen mit hohen Pfeilern, Türmen, Strebewerk u. Kreuzrippengewölben. Im Verlaufe der Entwicklung erfolgte die Ablösung des Gebundenen Systems durch die queroblonge got. Travee, der Übergang von der traditionellen Basilika mit Krypta zur Hallenkirche, die filigranhafte Auflösung u. Überwucherung durch komplizierte Formen der Gewölbe u. des Maßwerkes. Das Bürgertum manifestierte seine Macht durch bedeutende Leistungen im Bau von Stadtpfarrkirchen u. durch Profanbauten (Rathäuser, Zunfthäuser, Spitäler, Bürgerhäuser) mit Sonderausprägungen im Verbreitungsgebiet der dt. Backsteingotik.

 

<< vorhergehender Begriff
nächster Begriff >>
Gotic Revival
Gotischer Verband
   
           

 

   
Projekt | Suche | Übersicht | Themen
   
   
   
Weitere Begriffe : Einhüftiges Gebäude | Persius Ludwig | Laufender Hund