| |
nach utop. oder Idealvorstellungen geplante, meist nur in Anfangen realisierte Anlagen. Ausgangspunkte bildeten theoret. Vorstellungen über den Charakter eines Gesellschafts-gefüges, dessen Entstehung an der histor. Entwicklung scheiterte. Derartige Entwürfe reichen von Plato u. Aristoteles über Vitruv (1. Jh. v. u. Z.) u. das Mittelalter (Vorstellungen von der ird. Verwirklichung des himml. Jerusalem) bis zu L. B. Alberti, Filarete, F. di G. Martini, B. Peruzzi, A. da Sangallo d. J. u. Leonardo da Vinci. Strenger Rationalismus u. Symmetrisierung führten zu wenigen, aber typ. Zentralanlagen der Renaissance (z.B. Palmanuova, 1593 von V. Scamozzi; Granmichele/ Sizilien, E. 17. Jh.). Die unter italien. Einfluß in Deutschland geschaffenen Entwürfe von A. Dürer (1527), D. Speckle (1583) u. H. Schickhardt (1599) betonen bereits die Zentralmacht des Adels durch zentrale Stellung des Schlosses, an denen dann die absolutist. Entwürfe anknüpften (z. B. Mannheim, 1607, 1652; Karlsruhe, 1715ff). Ab 19.Jh. gab es zahlr. sozial-reformer. Versuche der Neuordnung der Stadt, u. a. die Gartenstadt-Bewegung, B. Tauts Vorstellungen über »Alpine Architektur« (1919), Le Corbu-siers »Ville Radieuse« (1922), R. Neu-tras »Rush-City-Projekt« (1923-35). Derartige Ideenprojekte waren zu allen Zeiten Spiegel der besonderen Kreativität u. des Phantasiereichtums großer Baumeister. Teilweise verwirklichtes Beispiel des 20. Jh. ist die Gestaltung der Stadt Brasilia durch 0. Niemeyer. |
|