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Klassizismus

in der dt. Architektur die künstler. Strömung des Bürgertums in der aufsteigenden Phase seiner Entwicklung zwischen 1750 u. 1840. Durch Aufklärung, Rationalismus u. die wachsende Rolle der Wissenschaft unter dem Einfluß der industriellen Revolution geförderte Gegenbewegung zu Barock u. Rokoko. Vorklassizist. Ansätze gab es bereits in karoling. Architektur, Protorenaissance u. Palladianismus, unmittelbare Vorläufer im französ. Empire u. der Revolutionsarchitektur sowie im Schaffen G. W. v. Knobelsdorffs. Zunächst basierend auf der bürgerl. Idealisierung klass.-strenger Stilüberlieferungen der röm. Republik, dann Erneuerung im Sinne der griech. Antike. Zwischen 1800-20 Aneignung durch den Adel u. teilweise Überleitung zum Historismus. Im Gegensatz zur barocken Formenpracht des 18. Jh. Bevorzugung von Einfachheit u. Klarheit in Form u. Material, kub. Bauformen, großflächigen Wänden u. maßvollem Dekor (Akanthus, Mäander), antik. Giebelformen, Portiken, Reliefs u. Säulenstellungen unter Vorherrschaft horizontaler Linien, Symmetrie u. gesetzmäßig überlieferten Proportionen. Haupttheoretiker war Johann Joachim Winckelmann (1717-68). Hauptvertreter u. Beispiele: F.W. v.Erdmannsdorff (Schloß Wörlitz, 1769-73), D. Gilly (Schloß u. Dorfanlage in Paretz, 1787-1800), CG.Langhans (Brandenburger Tor in Berlin, 1788-91), L. v. Klenze (Glyptothek München, 1816ff), F. Weinbrenner (Rondellplatz in Karlsruhe, 1804-24), K.F.Schinkel (Altes Museum in Berlin, 1824-30).

 

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