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Renaissance

 
     
  [frz., »Wiedergeburt«], Begriffsprägung im 16. Jh. durch G.Va-sari. Eine Kulturperiode, die in den verschiedenen europäischen Ländern unter variablen histor. Gegebenheiten verlief u. als histor. Vorgang Inhalte u. Formen gesellschaftspolit. u. Ökonom, u. damit zugleich ideolog. u. kultureller Prozesse der frühbürgerl. Revolution bezeichnet. Die Architektur ist Bestandteil dieser Entwicklung. Sie widerspiegelt den Humanismus als geistigen Inhalt der Zeit, als weltlich orientierte Ideologie des aufsteigenden Bürgertums im Gegensatz zu überholten feudalklerikalen Anschauungen des Mittelalters. Ausgangsort war Italien als ökonomisch am weitesten entwickeltes Land mit einem hohen Stand manufak-tureller Warenproduktion u. ausgedehnten Handelsbeziehungen der Stadtrepubliken. Es folgten Frankreich, England, die Niederlande, dann erst Deutschland. Während in Italien die Hauptperiode zwischen 1410 u. 1530 lag (Brunelleschi, L.B. Alberti, D. Bramante, A. Palladio, Michelangelo u. a.), umfaßte sie in Deutschland die Zeit von 1510-A 17. Jh. (C. Krebs, N. Grohmann, H. Schickhardt, H. Lotter, E. Holl u. a.). Die dt. Variante ist geprägt durch Bauernkrieg u. Reformation, nach deren Scheitern das bürgert. Element hinter den feudalen Bestrebungen der Territorialfürsten zurücktrat. Hauptbauaufgaben waren landesherrliche u. Adelsschlösser, bürgert. Rathäuser, Zunftbauten u. städt. Wohnhäuser. Die aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, Böhmen, Polen u. Schlesien übernommenen Stilist. Anregungen wurden auf got. Strukturen übertragen: reiche antikisierende Formen, wie Säulen, Pi-laster, Profile, Gesimse, Giebel, Voluten, u. prächtige Ornamentik, wie Maureske, Arabeske, Groteske, Akanthus, Eierstab, Floris-Stil. Gegenüber der Gotik bevorzugt waren: Horizontalen, kräftige Gesimse, Zwerchhäuser mit Volutengiebeln, Säulenportale, Galerien, Wendelsteine; besonders seit etwa 1550 (nach stärkerer Orientierung auf die Theoretiker) Gesetzmäßigkeit u. betonte Symmetrie der Proportionen von Baukörper, Grund- u. Aufriß. Seit M. 16. Jh. zunehmende Einflüsse des -» Palladianismus, seit etwa 1570 Tendenzen des Manierismus. Architekton. Hauptwerke in Deutschland: Schloß Harten-fels in Torgau, Dresdner Residenzschloß, Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses, Schloß Augustusburg, Schloß Aschaffenburg, Rathäuser in Wittenberg, Saalfeld, Leipzig, Altenburg, Rothenburg o. d. T. u. Augsburg, außerdem Zunft- u. Gildehäuser, Spitäler, Großbürgerhäuser in fast allen mit-telalterl. Stadtkernen.  
 

 

 

 
 
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