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Theaterbauten

 
     
  Hervorgegangen aus der Weiterentwicklung des antiken Theaters u. der Tradition mittelalterl. Mysterienspiele in Kirchen u. auf offenen Plätzen. Seit dem 16. Jh. in Europa zunehmend hölzerne Bauten mit ungedeckten, später gedeckten Zuschauerräumen sowie amphitheatral. Gebäude (Teatro Olimpico in Vicenza, 1580), in Frankreich, England u. Deutschland noch überwiegend in saalartigen Räumen von Schlössern u. Adelspalästen als spezielle Hoftheater. Hier erst in der 2. H. 18. Jh. die Wandlung von Rechteckräumen mit Bühne zum zentralbauartigen oder rechteckigen Rang- bzw. Logentheater. Unter Einfluß des Typus des Opernhauses Venedig (1693) zunehmende Orientierung auf das Mehrrang-Logentheater. Das erste dt. Hoftheater als selbständiges Gebäude außerhalb des Schlosses war das Berliner Opernhaus Unter den Linden (G. W. v.Knobelsdorff, 1741-43), ebenfalls als Logenrangtheater. Ab 18. Jh. entstanden erste Theaterbauten auf Initiative des Bürgertums, z.B. in Hamburg, Breslau, Nürnberg, mit dem Ziel allmähl. Beseitigung der Standesunterschiede beim Theatererlebnis in Form stärkerer Bevorzugung des Parkettheaters. Wichtig waren die neuen Entwicklungen im Klassizismus, vertreten durch D. Gilly u. K. F. Schinkel. Tendenz zur klaren Trennung räuml. Funktionsbereiche: Theaterraum, Konzertraum, Ballettsaal, Nebenräume u. Treppenhäuser; Hauptbeispiele: Schauspielhaus am Gendarmenmarkt in Berlin (K. F. Schinkel, 1818-20), Semperoper Dresden (G. Semper, 1838-41). Monumentale Weiterentwicklung des bürgerl. Parkett- u. Rangtheaters seit der 2.H. 19. Jh., z.B. Grande Opera in Paris (C. Garnier, 1861-74) u. Festspielhaus Bayreuth (O. Brückwald, 1872-76). Führende Theaterarch. dieser Zeit waren H. See-ling, B. Sehring, M. Dülfer, M. Semper, Helmer & Fellner. Vor dem 1. Weltkrieg gab es Reformen in Richtung Volkstheater, erprobt an Beispielen wie dem ehem. Großen Berliner Schauspielhaus an der Reinhardtstraße (H. Poelzig, 1919; Expressionismus, Abb.) als Großarena mit 5 000 Plätzen. Das Bestreben, eine Durchdringung von Bühne u. Zuschauerraum zu vollziehen, zeigte sich in den 20er/30er Jahren an Projekten für das »Totale Theater« (W. Gropius, um 1930). Bis zur Gegenwart dominieren Bemühungen, durch neue Bühnenformen u. techn. Ausstattungen den Kontakt zwischen Bühne u. Zuschauer zu verstärken, aber auch durch anspruchsvolle Baukörper plast. u. städtebaul. Wirkungen zu erreichen, z. B. Opernhaus Köln (W. Riphahn, 1951-53), Opernhaus Sydney (J. Utzon, 1957-66, u. P. Hall, L.Todd, D.Littlemore, 1966-73), Philharmonie Berlin (H. Scharoun, 1965), Theater Wolfsburg (H. Scharoun, 1971-73).  
 

 

 

 
 
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